So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt.

2.Korinther 9:7 HFA


Möge Euch und euren Lieben, eure Gaben, welcher Art , vielfach vergolten werden.

Scheunenbrand am 14.07.2026


Eine Geschichte geschrieben über Ohnmacht, Trauer, Hoffnungslosigkeit gewandelt durch unzählige Menschen in Mut, Hoffnung und Wiederaufbau.


Nach wie vor gehe ich zwei Tage die Woche auswärts Arbeiten um unsere monatlichen Verbindlichkeiten leisten zu können. So auch an diesem Morgen.

6:00 Arbeitsbeginn

6:49 Anruf von Landwirt Böger " Fahr mal zu deiner Scheune, ich glaube die brennt! Ich rufe die Feuerwehr."

6:50 Anruf zuhause " die Scheune brennt, seht was zu retten ist!"

6:55 ein Kollege leiht mir sein Auto, damit ich nach Hause kann

ca. 7:20 treffe ich mit der Feuerwehr an der Scheune an, es steht nur noch das Grundgerüst, keine Ziegel,

keine Bretter; alles steht lichterloh in Flammen inkl. aller Maschinen.


Ich stehe im Weg! Nichts ist zu Retten! 90% aller Maschinen stehen hier, wegen der gestrigen Gerstenernte. Lara hilft mit dem MB Trac die brennenden Ballen ausseinander zu ziehen.

Ich fahre nach Hause, will den Kopf in den Sand stecken - Machtlosigkeit und Verzweiflung machen sich breit. Es ist kein Platz für sinnvolle Gedanken.


Ich rufe meinen Versicherungsmakler an.

Keine Gebäudeversicherung, keine Maschinenversicherung,

aus verschiedenen Gründen. Betriebswirtschaftlich ursprünglich die richtige Entscheidung, dennoch kommen jetzt kurzfristig Zweifel, was wäre wenn.


Es hilft nichts !


Polizeiaussage, Brandwache, Gespäche mit dem Steuerberater, dem Verpächter, der Familie und immer das Gefühl, man dreht sich im Kreis.


Meine Frau hat die Idee einer Spendenaktion - ich lehne ab! Ich möchte nicht um Almosen betteln,

viele Menschen erleiden schwere Schiksalsschläge.

Lara hat die Idee einer Spendenaktion - ich komme ins grübbeln.

Freunde meiner Frau bieten an eine Spendenaktion zu starten. Ich gebe nach nicht mit viel Hoffnung, aber was habe ich zu verlieren.


Ich sollte wieder etwas dazu lernen !

Die Spendenaktion über gofundme.de


Lara ruft die Spendenaktion ins Leben.

Die Summe setzt sich aus der grob kalkulierten Kaufsumme eines Teils der verbrannten Maschinen und der Wiederbeschaffung des Futters zusammen.

Um 22:10 geht die Aktion online. Wir senden es an die ersten Freunde und an die Familie.

Die erste Spende tritt sofort anonym ein. Ich bin erstaunt und ungläubig.

Wen soll ein Einzelschicksal kümmern? Wieso sollten Menschen helfen wollen?

Jeder schaut doch nur auf sich, oder?

Am nächsten Morgen nimmt das ganze rasant Fahrt auf, die Summe steigt.

Ich bin immer noch skeptisch. "Maximal 2500€ kommt da zusammen." so meine Aussage, "wenn wir Glück haben, bekommen wir dann die Drillmaschine ersetzt."


Abends der Unglaube über 5000 Euro nach 24 Stunden. Ich verstehe die Welt nicht.

Lara kann alle Namen sehen und zählt einige auf. Bei anderen Namen fragt sie, ob wir sie zuordnen können. Mittlerweile staunen wir, wieviele Menschen wir kennen, mit denen wir nicht wirklich Kontakt haben, aber sie helfen. Durch teilen und oder spenden.


In mir wächst Hoffnung!


Ich hatte damit nicht gerechnet!

Hoffnung kann man nicht kaufen, Ihr habt sie mir geschenkt!


Die folgenden Tage


An Arbeiten ist gerade nicht zu denken.

Nicht dass wir nicht genug zu tun hätte, aber man findet einfach zwischen allen den Arbeiten nach dem Brand nicht in den Alltag.

Alles fühlt sich unwirklich an.

Ist man an der Brandstelle, wird man wieder Hoffnungslos.

Öffnet man die Spendenaktion, versteht man die Welt nicht.

Es werden immer mehr Spender. Nicht nur über die Plattform kommt uns Hilfe entgegen.

Landwirte bieten Ihre Hilfe bei den anstehenden Arbeiten an. Mehr als einer bietet Futter und Einstreu. Nach 24 Stunden sind die Tiere mit Futter und Einstreu gesichert.


Die letzte Schulwoche... und auch hier sind alle hilfsbereit und unterstützen. Zwischen keine Hausaufgaben, nachmittaglichen Spielverabredungen, damit wir in unseren Erwachsenenwelt wieder Fuß fassen können und die Krönung, als wir die Abfahrt des Zeltlagers für zwei Kinder fast verpassten, kam wieder Hilfe und gab uns Orientierung und Halt.


Meine Frau sagte zu einer Erzieherin, auf die Frage wie es ihr geht : "Erstaunlich gut, ich kann garnicht fallen, weil da so viele sind die mich halten." Damit hat sie Recht und das wird uns allen in diesem Moment klar!


Natürlich ist in jedem Betrieb ein Ausfall von wesentlichen betrieblichen Bestandteilen immer schwer zu tragen.

Dieses Unglück ist für uns im Aufbau eines Betriebes ein wesentlicher und allein nicht schaffbarer Weg gewesen. Wir haben uns bewusst, meist für bezahlbare gebrauchte Maschinen entschieden. Knapp 40 Tausend Euro klingt bei einem sehr hoch, verglichen mit einem neuem Traktor ist es das nicht. Tatsächlich kosten Autos mittlerweile diese Summe. Mit eurer aller Hilfe bauen wir damit eine ökologische landwirtschaftaftlichen Betrieb wieder maschinell auf. Gerne sind alle eingeladen, dieser Entwicklungsschritte auf Instagram ( geleitet von Lara) zu verfolgen.

Aktuell ( 02.08.2026) stehen die wiederbeschafften Anhänger auf dem Hof und fahren heute die Getreideernte im Hafer und Weizen mit.

Die Drillmaschine ist bezahlt und wird an einem in kurze folgenden Bauernsonntag ( Regentag) abgeholt und an den Turielrahmen angepasst. Gestern haben wir uns den Schwader angesehen und bezahlt. All das ist durch Euch möglich.


DANKE !


Ohne Mitmenschen die sich für uns und unser Schicksal interessieren, die sich Zeit nehmen in den Austausch zu gehen, wäre dieses Ergebnis nie erreicht worden.

In einigen Artikeln hört und liest man, dass auch andere Landwirte betroffen waren vor und nach uns. Leider hat es nach unserem Brand nicht aufgehört.

Wir sind in Gedanken bei all den Landwirten die dieser Tage Verluste jeglicher Art erfahren mussten. Möge sich auch für Euch alles fügen und zum Guten wenden.